Craps online in Deutschland 2026: die Liste, die keiner ehrlich führt
Wer „beste craps online casinos deutschland“ in die Suche tippt, erwartet eine Rangliste. Zehn Anbieter, ein paar Sterne, ein grüner Haken in der Spalte „Craps verfügbar“. Diese Liste gibt es nicht. Jedenfalls nicht ehrlich. Und die Portale, die sie trotzdem aufbauen, ranken Marken, die unter deutscher Erlaubnis nachweislich keinen einzigen Würfeltisch führen.
Der Grund ist kein technischer, sondern ein juristischer. Craps am Online-Tisch ist in Deutschland kein Angebotsproblem, sondern ein Lizenzproblem. Und weil kaum jemand diese Unterscheidung sauber zieht, geht der Suchende mit solidem Regelwissen und einer irreführenden Anbieterliste nach Hause. Genau das drehen wir hier um: erst die harte Rechtslage, dann die real existierenden Wege zum Würfeltisch — legale deutsche, ihre Grenzen, und die internationalen Plattformen samt dem Preis, den sie kosten. Am Ende die Regeln, damit am Tisch nur die Wetten mit 1,41 Prozent Hausvorteil landen statt der 16,67-Prozent-Fallen.

Warum gibt es in Deutschland kein legales Online-Craps?
Fangen wir mit der Antwort an, die die halbe Konkurrenz verschweigt. Es gibt 2026 kein Online-Casino mit deutscher Bundeserlaubnis, in dem man Craps um echtes Geld spielen kann. Nicht eines. Das liegt nicht daran, dass die Anbieter zu faul wären, einen Würfeltisch einzubauen — es liegt daran, dass ihnen die Erlaubnis dafür fehlt.
Die entscheidende Norm ist § 22a Abs. 2 des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Sie untersagt unter der bundesweiten Erlaubnis die Nachbildung von Tischspielen mit Bankhalter und nennt beispielhaft Roulette, Baccara und Blackjack. Das Wort „insbesondere“ ist hier der Hebel: die Aufzählung ist nicht abschließend. Craps ist ein Bankhalterspiel — der Spieler wettet gegen das Haus, nicht gegen andere Spieler — und fällt damit unter dasselbe Verbot. Der Gesetzgeber hat online genau eine Kategorie von Casinospiel zugelassen: virtuelle Automatenspiele, also Spielautomaten. Dazu Online-Poker als Spielerspiel. Tischspiele mit Croupier stehen nicht auf der Liste.
Der zweite Baustein ist die Zuständigkeit. Nach § 4 Abs. 4 GlüStV 2021 liegt die Erlaubnis für Online-Casinospiele im Sinne echter Tischspiele bei den einzelnen Bundesländern, nicht beim Bund. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle an der Saale vergibt die Bundeserlaubnisse für Automatenspiele, Poker und Sportwetten. Für den Live-Tisch mit Bankhalter muss ein Bundesland selbst tätig werden. Genau hier trennt sich, was viele Portale in einen Topf werfen: Bundeserlaubnis und Ländererlaubnis sind zwei verschiedene Türen, und nur hinter einer davon steht überhaupt ein Tisch.
Das lässt sich an der öffentlichen Whitelist der GGL nachprüfen. Sie ist unter gluecksspiel-behoerde.de abrufbar und nach Spielkategorien sortiert: Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker, Pferdewetten, Lotterien, Vermittlung. Eine bundesweite Kategorie für Online-Tischspiele taucht dort nicht auf — sie existiert schlicht nicht. Das ist der sauberste Beleg für die Kernaussage dieses Textes: Nicht ein einzelner Anbieter hat sich gegen Craps entschieden, sondern das Regelwerk kennt die Spielform online gar nicht.
Wichtig ist die Abgrenzung zwischen Spiel und Angebot. Craps zu spielen ist in Deutschland nicht per se verboten — verboten ist, es hierzulande online ohne Erlaubnis anzubieten. Diese Unterscheidung trägt den ganzen Rest des Textes, und sie ist der Punkt, an dem naive Ranglisten scheitern: Sie behandeln ein reguliertes Vakuum, als wäre es ein Wettbewerb.
Ist Craps in Deutschland legal?
Das Spiel selbst ist nicht verboten, sein Online-Angebot durch deutsche Anbieter aber unzulässig. Kein Betreiber mit Bundeserlaubnis darf Craps führen, weil § 22a Abs. 2 GlüStV 2021 Bankhalter-Tischspiele ausschließt. Die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ist zudem nach § 285 StGB formal strafbar.
Warum bieten deutsche Online Casinos kein Craps an?
Aus regulatorischen, nicht aus technischen Gründen. Die Bundeserlaubnis der GGL deckt nur virtuelle Automatenspiele und Poker ab; Tischspiele mit Bankhalter wie Craps sind nach § 22a Abs. 2 GlüStV 2021 gesperrt. Für echte Tischspiele sind allein die Bundesländer zuständig — und fast keines hat gehandelt.

Legale Wege zu Craps und Würfelspielen in Deutschland
Wenn es kein deutsches Craps-Casino gibt, was gibt es dann? Die ehrliche Antwort ist eine Landkarte, kein Ranking. Sie besteht aus der Bundeserlaubnis, drei Bundesländern in verschiedenen Stadien der Umsetzung, den stationären Spielbanken und dem herstellereigenen Übungsmodus. Keiner dieser Wege führt zu einem echten Craps-Tisch um echtes Geld — aber jeder von ihnen erklärt, warum, und einer führt immerhin zum nächstverwandten Würfelspiel, das legal online läuft.
Die Bundeserlaubnis der GGL — hier definitiv kein Craps
Der mit Abstand größte legale Markt ist die Bundeserlaubnis. Knapp vier Dutzend Anbieter stehen auf der Whitelist der GGL — Branchendaten sprechen von rund 37 Betreibern virtueller Automatenspiele (Stand November 2025) und fünf Poker-Anbietern. Dazu zählen bekannte Namen wie Bwin, Merkur Slots, LeoVegas, DrückGlück, Wildz, JackpotPiraten oder Stargames. Alle unterliegen strengen Auflagen: ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über das LUGAS-System, ein Höchsteinsatz von einem Euro pro Runde am Spielautomaten, eine Mindestspieldauer von fünf Sekunden, kein Autoplay und die Pflichtanbindung an die Sperrdatei OASIS.
Worin die Verwirrung wurzelt, lohnt eine genaue Betrachtung. Unter „virtuelle Automatenspiele“ fallen auch Titel mit Würfel-Optik — Spielautomaten, deren Walzen Würfelaugen zeigen oder deren Bonusrunde ein Würfelmotiv trägt. Das ist mechanisch ein Spielautomat mit festem Auszahlungsprogramm, kein Tischspiel mit Wettoptionen, Point-Phase und Bankhalter. Ein Algorithmus dreht, ein Ergebnis fällt, fertig. Wer danach sucht, findet bei GGL-Anbietern durchaus etwas mit Würfeln darauf — nur eben kein Craps. Diese Verwechslung ist der Nährboden, auf dem die falschen Ranglisten wachsen: Ein Wort im Spieltitel ersetzt die Prüfung, ob dahinter überhaupt ein Würfeltisch steht.
Genau diese Marken tauchen bei der Konkurrenz als „beste Craps Casinos“ auf — und genau hier biegt sie falsch ab. Keiner dieser Anbieter führt Craps, führen darf oder je führen wird, solange die Bundeserlaubnis auf Automatenspiele beschränkt bleibt. Ein Portal listet in seiner eigenen Vergleichstabelle sogar offen „Kein klassisches Craps“ bei mehreren Anbietern und rankt sie trotzdem als Craps-Casinos. Das ist keine Nachlässigkeit im Detail, das ist der zentrale Fehler des ganzen Formats: Eine Rangliste von Anbietern, die das beworbene Spiel gar nicht führen, ist keine Hilfe, sondern eine Irreführung mit Sternchen. Wer bei einem GGL-Anbieter nach dem Würfeltisch sucht, findet Spielautomaten mit Würfel-Optik — mehr nicht.
Spielbanken Bayern Online — Live-Tisch, aber kein Würfelspiel
Der einzige deutsche Anbieter mit einem echten Live-Dealer-Tisch im Netz ist staatlich: Spielbanken Bayern Online, betrieben von der Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung Bayern. Die Grundlage ist bayerisches Landesrecht, und die Zugangsvoraussetzung ist ungewöhnlich — man muss sich während des Spiels körperlich im Hoheitsgebiet des Freistaats Bayern aufhalten, ein bayerischer Wohnsitz ist dagegen nicht nötig. Das unterscheidet Bayern vom härteren Modell in Schleswig-Holstein.
Diese Aufenthalts- statt Wohnsitzregel klingt nach einem Schlupfloch, ist aber technisch abgesichert: Die Anwesenheit im Freistaat wird beim Login geprüft, wer außerhalb Bayerns sitzt, kommt nicht an den Tisch. Für Reisende bedeutet das immerhin, dass ein Aufenthalt in München oder Nürnberg genügt — anders als in Schleswig-Holstein, wo der Wohnsitz zählt.
Der Katalog ist überschaubar und wurde direkt beim Betreiber geprüft: 15 Titel, davon drei Live- beziehungsweise Automaten-Roulette-Varianten, sieben Blackjack-Titel, vier virtuelle Roulette-Versionen und ein Texas Hold’em Plus gegen die Bank. Würfelspiele: null. Kein Craps, kein Sic Bo, kein Chuck-a-Luck. Das ist der stärkste Einzelbeweis der ganzen These. Wenn selbst der staatliche Betreiber, der als einziger einen Live-Croupier ins Netz stellen darf, auf ein Würfelspiel verzichtet, dann liegt das nicht am fehlenden Willen einzelner Firmen. Es liegt an einer Angebotslandschaft, die Craps schlicht nicht vorsieht — nicht einmal dort, wo der Live-Tisch technisch längst steht.
Tipico Schleswig-Holstein — Sic Bo statt Craps
Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, das von seiner Kompetenz nach § 4 Abs. 4 GlüStV 2021 wirklich Gebrauch gemacht und private Lizenzen für Online-Tischspiele vergeben hat. Am 18. September 2024 erteilte das Innenministerium des Landes gleich vier Erlaubnisse — eine Branchenpremiere. Der erste Lizenznehmer, der daraus ein laufendes Angebot gemacht hat, ist Tipico: casino.tipico.de ging zum 1. April 2026 mit echten Tischspielen an den Start. Der Zugang ist auf Volljährige in Schleswig-Holstein beschränkt — ein Bundesland mit knapp drei Millionen Einwohnern, also rund 3,6 Prozent der deutschen Bevölkerung.
Die offizielle Mitteilung nennt Roulette, Blackjack und Baccarat. Nach der Branchenberichterstattung umfasst der Katalog darüber hinaus französisches und amerikanisches Roulette, fünf Blackjack-Varianten, Baccarat, Tropical Stud Poker und — hier wird es interessant — Sic Bo, mit Spielen von Merkur und einem Einsatzrahmen von 0,10 bis 4.500 Euro. Sic Bo ist ein Würfelspiel mit drei Würfeln, und es ist nach aktuellem Stand das einzige legal in Deutschland online verfügbare Würfelspiel überhaupt. Craps ist es ausdrücklich nicht — in keiner Quelle taucht ein Craps-Tisch bei Tipico auf. Der Spielerschutz entspricht dem regulierten Rahmen: LUGAS-Limit von 1.000 Euro pro Monat, OASIS-Anbindung, ein Panik-Button mit 24-Stunden-Sperre. Für den Craps-Suchenden ist das die präziseste Auskunft des ganzen Textes: Das legale deutsche Online-Würfelspiel existiert, es heißt Sic Bo, und es ist ein anderes Spiel.
DrückGlück (Skill On Net) — angekündigt, noch nicht am Tisch
Der zweite der vier SH-Lizenznehmer ist Skill On Net Ltd. aus Ta‘ Xbiex auf Malta, Betreiber der Marke DrückGlück. Die Erlaubnis für Tischspiele stammt ebenfalls vom 18. September 2024; die Bundeserlaubnis für virtuelle Automatenspiele hält der Anbieter bereits seit dem 29. Dezember 2022. Die Tischspiele selbst sind zum Prüfzeitpunkt aber noch nicht live. Die Seite kündigt „Tischspiele wie Roulette, Blackjack oder Baccarat“ an und rahmt den Start als bevorstehend. Weder Craps noch Sic Bo werden auch nur erwähnt. Damit reiht sich DrückGlück in ein wiederkehrendes Muster ein: eine Marke, die bei der Konkurrenz als „Craps Casino“ geführt wird, obwohl dort bis heute überhaupt kein Tischspiel läuft — von einem Würfeltisch ganz zu schweigen.
NOVOLINE (BluBet) — Novomatic ohne Würfel
Der dritte Lizenznehmer kommt aus dem Novomatic-Umfeld: BluBet Operations, im Impressum als NOVOLINE.DE GmbH mit Sitz in Bingen am Rhein geführt, Domain casino.novoline.de. Auch hier die Erlaubnis vom 18. September 2024, auch hier ein Pre-Launch: „Schon bald wird das neue NOVOLINE Online Casino offiziell in Schleswig-Holstein an den Start gehen“, heißt es. Angekündigt sind Roulette, Blackjack, Poker, Baccarat „und weitere Klassiker“ — kein Craps, kein Sic Bo. Novoline und Novomatic zählen zu den bekanntesten Spielhallenmarken des Landes. Dass ausgerechnet dieser Anbieter für sein kommendes Tischspiel-Angebot kein Würfelspiel nennt, ist ein weiteres Indiz für die Prognose dieses Textes: Craps kommt auch über die schleswig-holsteinische Schiene nicht.
merkur-spiel.de (Gauselmann) — dieselbe Baustelle
Der vierte im Bunde ist der Gauselmann-Lizenznehmer. In der Kategorie Online-Casinospiele der GGL-Whitelist steht er als Merkur Bets Malta Limited mit der Domain merkur-spiel.de, Vertriebsgebiet Schleswig-Holstein — die Erlaubnis ist von Cashpoint (Malta) Ltd. auf diese Entität übergegangen, weshalb ältere Quellen, die noch „Cashpoint“ nennen, überholt sind. Die erste Erlaubnis datiert auf den 18. September 2024, beaufsichtigt durch die Glücksspielaufsichtsbehörde des Landes, nicht durch die GGL — ein Aufsichtsvermerk, der die Länderkompetenz noch einmal schwarz auf weiß bestätigt. Ein laufendes Tischspiel-Angebot ließ sich am Front-End nicht bestätigen; der Start steht offenbar noch aus. Drei von vier SH-Lizenznehmern sind also weiterhin Baustelle, und keiner der drei stellt ein Würfelspiel in Aussicht.
Baden-Württemberg — das dritte Nein, per Ansage
Baden-Württemberg ist das zweite Bundesland mit konkreten Plänen — und liefert das klarste Nein von allen. Die Staatliche Toto-Lotto GmbH betreibt bereits virtuelle Automatenspiele unter der Marke „erwin“ (spiel-erwin.de) auf Bundeserlaubnis, seit 2024 bundesweit zugänglich. Für Online-Tischspiele hat der Landtag das Landesglücksspielgesetz geändert und ein Landesmonopol geschaffen.
Der geplante Katalog ist von vornherein publiziert, und das macht ihn so aufschlussreich: ausdrücklich nur Roulette und Blackjack, beschränkt auf Einwohner Baden-Württembergs. Ein Marktstart wird für 2026 angestrebt, ein festes Datum existiert nicht. Anders als in Schleswig-Holstein bleibt hier auch die Perspektive verschlossen. Ein staatliches Monopolmodell, das von Beginn an nur zwei Spiele vorsieht, wird kein drittes aufnehmen — schon gar kein Würfelspiel. Wer auf Baden-Württemberg als künftigen Craps-Weg hofft, kann die Hoffnung streichen, bevor der erste Tisch überhaupt online geht.
Stationäre Spielbanken — auch offline kein Würfeltisch
Bleibt die letzte Hoffnung: die landbasierten Spielbanken. Dort sind Tischspiele mit Bankhalter erlaubt — es ist genau die Kategorie, die online bundesweit gesperrt ist. Wenn Craps irgendwo in Deutschland legal am echten Tisch läuft, dann hier. Sollte man meinen.
Die Prüfung der Spielangebote mehrerer großer Häuser zeichnet ein eindeutiges Bild. Spielbank Wiesbaden: Roulette, Black Jack, Poker. Bad Homburg: Roulette, Black Jack, Poker. Westspiel in Duisburg: Roulette, Black Jack, Poker. Spielbank Berlin: Roulette, Black Jack, Baccarat, Poker. Baden-Baden und Hamburg rendern ihre Übersicht per Skript, soweit auslesbar dasselbe Bild. Null Treffer für Craps, Sic Bo oder irgendein Würfelspiel bei allen geprüften Häusern. Das klassische deutsche Spielbank-Programm ist seit jeher Roulette, Black Jack, Poker und Baccara — der amerikanische Würfeltisch mit Stickman und Boxman hat es hierzulande nie ins Standardrepertoire geschafft. Damit ist die Landkarte vollständig: In Deutschland gibt es Craps weder online noch offline legal um echtes Geld.
Kostenloser Übungsmodus — der einzige uneingeschränkt legale Weg
Es bleibt ein Weg, der ganz ohne Erlaubnisfrage auskommt: der Übungsmodus mit Spielgeld. Wo kein Entgelt fließt, liegt kein Glücksspiel im Sinne des Staatsvertrags vor — der Spielgeld-Tisch ist damit rechtlich unproblematisch. Evolution führt mit First Person Craps eine RNG-Version, die einen herstellereigenen Demo-Modus mitbringt. Ob dieser Modus vom eigenen Standort aus erreichbar ist, hängt von der Jurisdiktion ab; beim Abruf kann die Meldung erscheinen, dass der Demo-Modus in der jeweiligen Region nicht verfügbar ist. Als Antwort auf „wo kann ich Craps überhaupt anfassen, ohne mich in eine Grauzone zu begeben“ ist der Übungsmodus dennoch die einzige, die sauber trägt — mehr dazu weiter im Regelteil und im Varianten-Vergleich.
Die folgende Tabelle fasst alle legalen Wege in Deutschland zusammen.
| Lizenzweg | Craps verfügbar | Würfelspiel verfügbar | Zugangsvoraussetzung | Spielerschutz | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| GGL-Bundeserlaubnis | Nein | Nein | Wohnsitz Deutschland, 18+ | LUGAS 1.000 €/Monat, OASIS | Aktiv, rund 40 Anbieter |
| Spielbanken Bayern Online | Nein | Nein | Aufenthalt in Bayern, 18+ | Landesrechtlicher Schutz | Aktiv, 15 Titel |
| Tipico (Schleswig-Holstein) | Nein | Ja (Sic Bo) | Wohnsitz/Aufenthalt SH, 18+ | LUGAS 1.000 €/Monat, OASIS, Panik-Button | Aktiv seit 04/2026 |
| DrückGlück, NOVOLINE, merkur-spiel.de (SH) | Nein | Nein angekündigt | Wohnsitz SH, 18+ | Wie SH-Standard | In Vorbereitung |
| Baden-Württemberg (Monopol) | Nein | Nein geplant | Einwohner BW, 18+ | Landesrechtlicher Schutz | Angekündigt, kein Datum |
| Stationäre Spielbanken | Nein | Nein | Vor Ort, 18+ | Ausweispflicht, Sperrsystem | Aktiv, ohne Würfeltisch |
| First Person Craps (Demo) | Ja, ohne Einsatz | Ja, ohne Einsatz | Standortabhängig | Kein Echtgeld | Verfügbarkeit je Region |
Gibt es ein Craps Casino mit deutscher Lizenz?
Nein. Kein Anbieter mit deutscher Erlaubnis führt Craps. Bayern bietet Live Roulette, Schleswig-Holstein über Tipico Roulette, Blackjack, Baccarat und Sic Bo, Baden-Württemberg plant nur Roulette und Blackjack. Alle drei Länderwege enthalten kein Craps, und die Bundeserlaubnis schließt Tischspiele mit Bankhalter ohnehin aus.
Wo kann man 2026 online Craps spielen?
Auf keinem Angebot der deutschen Whitelist und in keinem Länderangebot um echtes Geld. Legal bleibt der herstellereigene Übungsmodus ohne Einsatz sowie der stationäre Tisch im Ausland. Echtes Online-Craps läuft nur auf international lizenzierten Plattformen ohne deutsche Erlaubnis — mit allen Nachteilen, die der nächste Abschnitt aufführt.
Muss ich Craps-Gewinne in Deutschland versteuern?
Private Glücksspielgewinne sind in Deutschland grundsätzlich einkommensteuerfrei, weil sie nicht als Einkünfte im steuerrechtlichen Sinn gelten. Anders liegt es bei berufsmäßigem, planmäßigem Spiel. Bei Gewinnen von Anbietern ohne deutsche Erlaubnis ist die Lage ungeklärt — eine belastbare Auskunft dazu gibt es derzeit nicht.

Internationale Anbieter ohne deutsche Lizenz — was wirklich auf dem Spiel steht
Jetzt der Ort, an dem Craps für deutschsprachige Spieler tatsächlich läuft. Er hat keinen Markennamen in diesem Text, und das ist Absicht.
Plattformen mit Curaçao- und Malta-Lizenz
Craps läuft für deutschsprachige Spieler real nur auf Plattformen mit einer Lizenz aus Curaçao oder Malta, ohne deutsche Erlaubnis. Dort finden sich Evolution Live Craps und First Person Craps, das komplette Wettangebot, alles, was es hierzulande legal nicht gibt. Wir empfehlen keine dieser Marken — nicht aus Prüderie, sondern weil eine Empfehlung sachlich falsch wäre. Was der Text stattdessen liefert, ist die Rechnung: was genau man aufgibt, wenn man dort spielt.
Zunächst die Rechtslage, ungeschönt. Das Angebot an deutsche Spieler ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 4 GlüStV 2021. Und anders als es manche Portale suggerieren, ist auch die Teilnahme nicht folgenlos: Nach der Darstellung der GGL (Stand November 2025) sind sowohl das Veranstalten als auch die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel strafbar. Der Veranstalter riskiert nach § 284 StGB bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, der Spieler nach § 285 StGB bis zu sechs Monate oder 180 Tagessätze. In der Praxis richten sich die Instrumente der Behörde gegen Anbieter, Zahlungsdienstleister und Werbepartner; die Strafverfolgung der Spieler selbst liegt bei den Staatsanwaltschaften und ist der Ausnahmefall. Das ist keine Entwarnung — es ist die nüchterne Einordnung, die kein Ranking-Portal mitliefert.
Der praktisch teurere Verlust ist der Spielerschutz. Wer bei einem lizenzierten deutschen Anbieter spielt, hängt an der OASIS-Sperrdatei und am LUGAS-Limit von 1.000 Euro pro Monat. Beides fällt bei nicht-deutschen Plattformen weg. Die GGL formuliert es unmissverständlich: Anbieter ohne OASIS-Anschluss sind illegal, und es fehlen Maßnahmen wie Einzahlungslimits oder Selbstsperren. Konkret heißt das: Wer sich in Deutschland über OASIS gesperrt hat, um sich selbst zu schützen, umgeht diese Sperre auf einer Curaçao-Seite mit einem Klick. Das „VIP-Programm“, mit dem solche Seiten locken, ist dann kein Bonus, sondern die Abwesenheit jeder Bremse. Ein Casino ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung — und eines ohne Einzahlungslimit erst recht nicht.
Dann die Durchsetzung. Die GGL geht mit Zahlungsblockaden gegen unlizenzierte Anbieter vor — das wirksamste Instrument, laut Tätigkeitsbericht 2025 in 178 Fällen angewandt, neben 2.662 geprüften illegalen Seiten, von denen 1.843 nicht mehr erreichbar waren. Netzsperren sind rechtlich umstritten und Gegenstand mehrerer Musterverfahren gegen große Internetanbieter. Für den Spieler bedeutet das ganz handfeste Reibung: Eine Einzahlung kann blockiert werden, eine Auszahlung im Nichts verlaufen, und wenn der Anbieter zahlungsunwillig wird, steht man vor einem Gericht in Curaçao statt in Deutschland.
Auch der Alltag auf solchen Plattformen ist rauer, als die glänzenden Landingpages vermuten lassen. Die KYC-Prüfung greift oft erst bei der Auszahlung, nicht bei der Einzahlung — Geld hineinzustecken geht schnell, es wieder herauszubekommen kostet Ausweiskopie, Adressnachweis und Geduld. Deutschsprachiger Kundendienst ist die Ausnahme, ein Craps-Tisch auf Deutsch ohnehin nicht vorhanden. Und weil die Zahlungswege wegen der GGL-Verfahren regelmäßig unter Druck stehen, weichen viele dieser Anbieter auf Kryptowährungen oder verschachtelte Zahlungsdienstleister aus. Was als Komfort verkauft wird, ist in Wahrheit ein Symptom: Ein regulär reguliertes Zahlungsnetz würde die Transaktion gar nicht erst durchlassen. Der Spieler trägt dieses Risiko allein.
Ein Lichtblick, aber mit Sternchen: Die zivilrechtliche Rechtsprechung entwickelt sich spielerfreundlich. Die Tendenz der Gerichte geht dahin, Verträge mit unerlaubten Online-Casinos als nichtig zu behandeln und Spielern die Rückforderung ihrer Verluste zu ermöglichen — auch eine maltesische Lizenz des Anbieters macht diese Rückforderung nicht rechtsmissbräuchlich. Eine höchstrichterliche Leitentscheidung des Bundesgerichtshofs steht allerdings noch aus, und bis dahin bleibt die Rückforderung ein Prozessrisiko, kein Automatismus. Man sollte also nicht darauf spekulieren, Verluste hinterher schon zurückzuholen. Wer dort spielt, spielt mit dem echten Risiko, das Geld zu verlieren — juristisch wie spielerisch.

Die vier Craps-Spielvarianten im Detail
Reden wir über das Spiel selbst — über die konkreten Titel, die auf den international lizenzierten Plattformen laufen und die der Suchende letztlich meint. Es sind im Kern vier, und das Feld ist kleiner und älter, als man erwarten würde. Ein Vorbefund, der bei keiner Konkurrenz auftaucht und den ganzen Abschnitt einfärbt: Keiner dieser vier Titel existiert in deutschsprachiger Fassung. Evolutions deutschsprachiges Live-Angebot ist im Kern Deutsches Roulette mit deutschem Croupier und Rennbahn; ein deutschsprachiger Craps-Tisch ist nirgends belegt. Wer online Craps spielt, spielt auf Englisch. Punkt.
Evolution Live Craps — der führende Live-Tisch
Evolution Live Craps ist der Tisch, den fast jeder meint, der „echtes Craps online“ sucht. Hersteller ist Evolution AB, eine schwedische Aktiengesellschaft mit Sitz in Stockholm, notiert an der Nasdaq Stockholm, gegründet 2006. Evolution betreibt selbst kein Casino, sondern liefert den Tisch als B2B-Lizenzgeber an Betreiber — nach eigener Darstellung an über 800 Operator-Kunden. Die Grundlage ist eine B2B-Lizenz der MGA, erteilt 2018. Für Deutschland existiert keine Erlaubnis, und das ist der feine Punkt: Nicht Evolution ist an einer Prüfung gescheitert, sondern die Spielkategorie ist bundesrechtlich ausgeschlossen. Der Hersteller ist reguliert und börsennotiert — der Vertriebsweg nach Deutschland ist es nicht.
Beim Angebot lohnt die Präzision. Nach der Pressemitteilung von Evolution vom 12. November 2020 handelt es sich um den weltweit ersten Online-Live-Craps-Tisch, inszeniert in einem Studio im Speakeasy-Stil, mit interaktivem Tutorial und einem „Easy Mode“ für Einsteiger. Der Würfelwurf erfolgt maschinell — es gibt keinen menschlichen Shooter, der Dealer moderiert lediglich. Todd Haushalter, Produktchef bei Evolution, nannte Craps damals das über Jahre am häufigsten von Spielern und Betreibern gewünschte neue Spiel. Ein Demo-Modus fehlt, wie bei Live-Tischen üblich. Und die Tischsprache ist Englisch — wer deutschsprachige Ansagen erwartet, sitzt am falschen Tisch. Für Einsteiger ist das eine echte Hürde, weil Craps ohnehin das ansageintensivste Spiel im Casino ist. Der Tisch läuft im festen Takt: eine Wettphase, der maschinelle Wurf, die Abrechnung, dann die nächste Runde. Wer den Rhythmus einmal kennt, spielt flüssig mit — wer ihn nicht kennt, verpasst Einsätze, während der Dealer schon weiterzählt.
Evolution First Person Craps — RNG mit Tutorial und Demo
Wer Craps lernen will, ohne Geld und ohne Englisch-Stress am Live-Tisch, landet bei First Person Craps — der RNG-Version aus demselben Haus, parallel zum Live-Tisch im November 2020 veröffentlicht. Es ist eine 3D-Nachbildung desselben Speakeasy-Studios, technisch entkoppelt vom Live-Betrieb: Statt eines gestreamten Tisches rechnet ein Zufallsgenerator die Würfe. Die offizielle Produktseite dokumentiert ein übernommenes interaktives Tutorial, ein Panel namens „My Numbers“, das die benötigte Augenzahl samt möglicher Auszahlung anzeigt und zugleich als Wett-Shortcut dient, sowie einen „GO LIVE“-Button, der mit einem Klick an den echten Live-Tisch führt.
Das macht diese Variante zur einzigen der vier mit einem dokumentierten Gratis-Übungsweg und einer direkten Brücke ins Echtgeldspiel. Genau darin liegt ihr Wert für deutsche Spieler: Der Übungsmodus mit Spielgeld ist rechtlich unbedenklich, weil kein Entgelt fließt. Eine Einschränkung mit Ansage: Evolution betreibt ein eigenes Freeplay-Portal, aber die Demo ist jurisdiktionsabhängig — beim Abruf kann die Meldung erscheinen, der Demo-Modus sei in der eigenen Region nicht verfügbar. Weder RTP noch Einsatzlimits nennt die offizielle Seite; alle im Netz kursierenden Zahlen stammen von Partnerseiten und widersprechen sich. Als Lernwerkzeug bleibt First Person Craps trotzdem das mit Abstand beste, das der Markt hergibt.
Playtech Craps — der vernachlässigte Alt-Titel
Playtech ist der zweite große Name, der überhaupt einen eigenen Craps-Titel im Portfolio führt — und zugleich der Beleg dafür, wie stiefmütterlich die Branche das Spiel behandelt. Der Konzern wurde 1999 gegründet und ist am Main Market der Londoner Börse notiert (Ticker PTEC). Anders als bei Evolution gibt es hier keine Live-Variante: Playtech Craps ist ein reines RNG-Tischspiel, der Wurf kommt aus dem Zufallsgenerator, kein Studio, kein Dealer.
Und dann wird es dünn. Eine offizielle Produktseite für den Titel ließ sich nicht auffinden. Die kursierenden Beschreibungen — dreifache Odds auf Linienwetten, ein Field, das sowohl bei der 2 als auch bei der 12 verdoppelt, unterstützte Buy- und Lay-Wetten — stammen aus Partnerquellen, teils Jahre alt, und sind nicht primär belegt. Der aktuelle Verfügbarkeitsstatus ist zweifelhaft; Craps fehlt regelmäßig in Playtechs eigenen Tischspiel-Übersichten. Passend ins Bild: Der Konzern hat 2026 seine B2C-Tochter Snaitech für 2,3 Milliarden Euro verkauft und richtet sich neu aus. Craps ist bei Playtech kein Flaggschiff, sondern eine vergessene Ecke im Regal — man sollte es als Legacy-Titel behandeln, nicht als lebendige Option.
Microgaming Craps — Beleg für einen schrumpfenden Markt
Der vierte Titel ist streng genommen keiner mehr. Microgaming, einer der ältesten Spielehersteller der Branche, hatte historisch einen Craps-Titel im Programm. 2022 verkaufte das Unternehmen sein komplettes Spieleportfolio samt Vertriebsplattform an Games Global und stellte die eigene Entwicklung ein. Was aus dem Craps-Titel wurde, zeigt ein direkter Blick in den heutigen Katalog: Er gliedert sich in Spielautomaten, Live Casino, spezialisierte RNG-Spiele und Markenkooperationen — einen Tischspiel-Bereich gibt es nicht, einen Craps-Titel schon gar nicht.
Das ist die eigentliche Pointe dieses Abschnitts. Der Microgaming-Fall ist kein Angebot, sondern ein Marktsignal: Craps ist online ein Nischenprodukt, das Hersteller aktiv aus dem Programm nehmen, nicht neu aufbauen. Wer sich fragt, warum die Auswahl selbst international so mager ist, findet hier die Antwort — und nebenbei entlastet dieser Befund die deutsche Regulierung von einem Teil des Vorwurfs. Die dünne Auswahl ist nicht allein Berlins Werk. Sie ist auch schlicht eine Frage der Nachfrage, die für ein ansageintensives Würfelspiel im Ein-Personen-Wohnzimmer nie die Wucht des stationären Tisches erreicht hat.
Kann man Craps kostenlos üben?
Ja. First Person Craps von Evolution bringt einen herstellereigenen Übungsmodus mit Spielgeld mit, inklusive Tutorial und dem „My Numbers“-Panel zum Kennenlernen der Wetten. Echtes Geld fließt dabei nicht, es ist rechtlich unbedenklich. Ob der Modus vom eigenen Standort aus erreichbar ist, hängt allerdings von der Region ab.
Kann man Craps mit deutschsprachigem Dealer spielen?
Nein. Keiner der vier Craps-Titel existiert in deutscher Fassung. Evolutions deutschsprachiges Live-Angebot besteht im Kern aus Deutschem Roulette mit deutschem Croupier; die Craps-Tische laufen ausschließlich auf Englisch. Wer die Ansagen von Stickman und Dealer nicht auf Englisch versteht, sollte vorher im Übungsmodus die Abläufe verinnerlichen.

Craps-Regeln — Come Out Roll, Pass Line und Point
Craps wirkt am vollen Tisch chaotisch — dutzende Wettfelder, ein eigener Jargon, Spieler, die scheinbar wahllos Chips verteilen. Der Kern ist simpel. Gewürfelt wird mit zwei Würfeln, und eine Runde läuft in zwei Phasen ab.
Die erste Phase ist der Come Out Roll, der Eröffnungswurf einer neuen Runde. Für die Pass Line, die Grundwette, gilt: Fällt eine 7 oder 11, gewinnt sie sofort — das nennt sich Natural. Fällt eine 2, 3 oder 12, verliert sie sofort — das ist ein Craps. Jede andere Augensumme (4, 5, 6, 8, 9 oder 10) wird zum Point. Damit beginnt die zweite Phase: Der Shooter würfelt weiter, bis entweder der Point ein zweites Mal fällt — dann gewinnt die Pass Line — oder bis eine 7 erscheint. Fällt die 7 vor dem Point, verliert die Pass Line, die Runde endet, und man spricht vom Seven Out.
Die Don’t Pass ist die Spiegelwette dazu, die Wette gegen den Shooter. Beim Come Out gewinnt sie bei 2 oder 3 und verliert bei 7 oder 11; die 12 ist ein Push, also unentschieden. Ist der Point gesetzt, gewinnt Don’t Pass, wenn die 7 vor dem Point fällt. Come und Don’t Come funktionieren identisch, werden aber erst nach dem Come Out gesetzt und eröffnen für den Spieler quasi eine eigene neue Runde mitten im Spiel.
Ein kurzes Beispiel macht die zwei Phasen greifbar. Der Come Out Roll zeigt eine 6 — der Point ist die 6. Die Pass-Line-Wette liegt jetzt fest und wartet. Der Shooter würfelt eine 9, nichts passiert. Dann eine 4, wieder nichts. Kommt jetzt eine zweite 6, gewinnt die Pass Line 1:1. Kommt stattdessen eine 7, ist alles vorbei — Seven Out, die Pass Line verliert, die Würfel wandern zum nächsten Shooter. Genau dieses Warten auf Point-oder-Sieben ist der Herzschlag des Spiels.
Die interessanteste Wette ist die Odds Bet, auch Free Odds genannt. Sie kann nur als Zusatz hinter einer Pass- oder Come-Wette gesetzt werden, nachdem der Point steht — und sie ist die einzige Wette im Casino ohne jeden Hausvorteil. Ausgezahlt wird zu echten Wahrscheinlichkeiten: 2:1 für Point 4 oder 10, 3:2 für 5 oder 9, 6:5 für 6 oder 8. Der Clou: Weil die Odds Bet mathematisch fair ist, sinkt der kombinierte Hausvorteil des Gesamteinsatzes, je mehr man hier nachlegt. Viele Tische erlauben ein Vielfaches des Grundeinsatzes — verbreitet ist die 3-4-5-fache Staffelung, bei der die maximale Odds-Höhe je nach Point variiert. Wer die Pass Line mit maximalen Odds kombiniert, drückt den effektiven Hausvorteil auf einen Bruchteil der 1,41 Prozent. Es ist der einzige legale „Rabatt“ am Tisch, und er kostet nichts außer etwas mehr Einsatzkapital.
Der Rest des Tisches zerfällt in drei Familien, und ihre Qualität sinkt von links nach rechts. Die Place Bets sind die vernünftige Ecke: Man wettet direkt darauf, dass eine bestimmte Zahl vor der 7 fällt, ohne den Umweg über den Come Out. Place 6 und Place 8 zahlen 7:6 bei mageren 0,46 Prozent Hausvorteil — die besten Zahlenwetten überhaupt. Place 5 und 9 (7:5, 1,11 Prozent) sind noch brauchbar, Place 4 und 10 (9:5, 1,67 Prozent) grenzwertig. Die Come- und Don’t-Come-Wetten gehören ebenfalls hierher: Sie sind mechanisch identisch mit Pass und Don’t Pass, lassen sich aber jederzeit nach dem Come Out setzen und erlauben so, mehrere Zahlen gleichzeitig „laufen“ zu lassen — jede mit eigener Odds-Wette.
Die zweite Familie ist die Tischmitte, und hier wird es teuer. Die Field-Wette gilt für einen einzigen Wurf und gewinnt bei 2, 3, 4, 9, 10, 11 oder 12. Das klingt nach vielen Zahlen, ist aber eine Falle: Ob der Hausvorteil 2,78 oder 5,56 Prozent beträgt, hängt allein davon ab, ob die 12 (oder 2) dreifach oder nur doppelt zahlt — ein Detail, das kaum ein Einsteiger prüft. Die Hardways setzen darauf, dass eine gerade Zahl als Paar fällt (Hard 8 = zwei Vieren) bevor sie „soft“ oder als 7 erscheint; 2,78 Prozent Hausvorteil bei den 4er/10er-Hardways, dasselbe bei 6 und 8. Nett anzusehen, langfristig ein Verlustgeschäft.
Die dritte Familie sind die Proposition Bets in der Mitte des Tisches — und sie sind der Grund, warum Craps für Unvorsichtige gefährlich ist. Any Seven zahlt 4:1 und klingt großzügig, kostet aber 16,67 Prozent Hausvorteil, den mit Abstand höchsten am ganzen Tisch. Any Craps (7:1, 11,11 Prozent) ist kaum besser. Big 6 und Big 8 sind die perfideste Falle, weil sie harmlos aussehen: Sie zahlen 1:1 für exakt dasselbe Ereignis, für das die Place-Wette 7:6 zahlt — der Spieler bekommt schlechtere Quote für identisches Risiko und einen Hausvorteil von 9,09 statt 0,46 Prozent. Wer diese Felder kennt, erkennt sofort, dass sie nur für die Marge des Hauses existieren.
Bei einem Live- oder RNG-Craps gibt es keinen einheitlichen Spiel-RTP wie beim Spielautomaten — der Erwartungswert hängt allein davon ab, welche Wette man platziert. Deshalb ist die folgende Tabelle das eigentliche Herzstück. Die Werte stammen von Wizard of Odds und geben den Hausvorteil pro getätigter Wette an.
| Wetttyp | Auszahlung | Hausvorteil (pro Wette) | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Odds (hinter Pass/Come) | echte Quote | 0,00 % | Beste Wette am Tisch |
| Place 6 oder 8 | 7:6 | 0,46 % | Sehr gut |
| Don’t Pass | 1:1 | 1,36 % | Top-Grundwette |
| Pass Line | 1:1 | 1,41 % | Top-Grundwette |
| Come / Don’t Come | 1:1 | 1,41 % / 1,36 % | Sehr gut |
| Place 5 oder 9 | 7:5 | 1,11 % | Gut |
| Place 4 oder 10 | 9:5 | 1,67 % | Akzeptabel |
| Field (12 zahlt 3:1) | variabel | 2,78 % | Grenzwertig |
| Hard 4 / Hard 10 | 7:1 | 2,78 % | Schwach |
| Hard 6 / Hard 8 | 9:1 | 2,78 % | Schwach |
| Field (12 zahlt 2:1) | variabel | 5,56 % | Schlecht |
| Big 6 / Big 8 | 1:1 | 9,09 % | Finger weg |
| Any Craps | 7:1 | 11,11 % | Finger weg |
| Any Seven | 4:1 | 16,67 % | Schlechteste Wette |
Wie funktioniert Craps überhaupt?
Der Come Out Roll eröffnet die Runde: Eine 7 oder 11 gewinnt für die Pass Line, eine 2, 3 oder 12 verliert, jede andere Zahl wird zum Point. Danach muss dieser Point ein zweites Mal fallen, bevor eine 7 erscheint — sonst ist die Runde mit einem Seven Out verloren.
Die besten und schlechtesten Craps-Wetten
Die Tabelle liest sich wie ein Kompass, und sie zeigt vor allem eines: Craps ist gleichzeitig eines der fairsten und eines der brutalsten Spiele im Casino — es kommt nur darauf an, wo man seine Chips hinlegt. Der Abstand zwischen der besten und der schlechtesten Wette ist enorm. Zwischen 0,00 Prozent bei der Odds Bet und 16,67 Prozent bei Any Seven liegt der Unterschied zwischen einem Spiel, das man lange spielen kann, und einem, das die Bankroll in Rekordzeit auffrisst.
Die Strategie folgt direkt aus den Zahlen und braucht kein Geheimwissen. Man beginnt mit Pass Line oder Don’t Pass — 1,41 beziehungsweise 1,36 Prozent, beides erstklassig. Sobald der Point steht, legt man so viel wie möglich in die Odds Bet, denn die kostet null Prozent und drückt den kombinierten Hausvorteil des gesamten Einsatzes spürbar. Wer breiter streuen will, nimmt Place-Wetten auf die 6 oder die 8 dazu, mit 0,46 Prozent die günstigsten Zahlenwetten am Tisch. Damit hat man das komplette sinnvolle Repertoire beisammen.
Alles andere ist Dekoration mit Preisschild. Die Einzelwurfwetten in der Tischmitte — Any Seven, Any Craps, die Hardways — locken mit hohen Auszahlungsquoten und kosten dafür einen Hausvorteil, der zwischen dem Sechsfachen und dem Vierzigfachen der Pass Line liegt. Big 6 und Big 8 sind der Klassiker unter den Anfängerfallen: Sie zahlen 1:1 für dasselbe Ereignis, für das eine Place-Wette 7:6 zahlt. Wer Big 6 statt Place 6 spielt, verschenkt Geld für nichts. Der einzige „Trick“ bei Craps ist Disziplin — die verlockenden Wetten meiden und bei den langweiligen bleiben.
Welche Craps-Wette ist die beste?
Die Odds Bet mit 0,00 Prozent Hausvorteil, gesetzt hinter einer Pass- oder Come-Wette nach dem Point. Als Grundwetten führen Don’t Pass (1,36 Prozent) und Pass Line (1,41 Prozent). Konsequent meiden sollte man Any Seven mit 16,67 Prozent sowie Big 6 und Big 8 mit gut 9 Prozent.

Sic Bo — die legale Würfelspiel-Alternative in Deutschland
Wer partout online würfeln und dabei im legalen Rahmen bleiben will, landet nicht bei Craps, sondern bei Sic Bo — jenem Spiel, das Tipico in Schleswig-Holstein seit April 2026 im Programm führt. Es ist die nächstliegende legale Option, und es lohnt zu verstehen, warum es eben doch nicht dasselbe ist.
Der offensichtliche Unterschied ist die Zahl der Würfel: Craps spielt mit zwei, Sic Bo mit drei. Aus zwei Würfeln ergeben sich 36 Kombinationen, aus drei bereits 216 — was den Wettbaum von Sic Bo deutlich verzweigter macht. Der wichtigere Unterschied ist aber struktureller Natur. Craps ist mehrphasig: Der Come Out Roll setzt einen Point, und dieser Point überträgt sich über mehrere Würfe hinweg, bis er fällt oder die 7 kommt. Es gibt einen Spielzustand, der von Wurf zu Wurf mitläuft. Sic Bo kennt das nicht. Jeder Wurf steht für sich, entscheidet sofort über alle offenen Wetten und ist mit dem nächsten wieder vergessen — mechanisch näher am Roulette als am Craps-Tisch.
Das Wettangebot spiegelt diese Logik: Man setzt auf Small oder Big (Augensumme 4 bis 10 beziehungsweise 11 bis 17), auf eine konkrete Gesamtsumme, auf einzelne Zahlen oder auf Paare und Tripel. Jede dieser Wetten wird mit einem einzigen Wurf sofort entschieden — kein Warten, kein Point, keine zweite Phase.
Für den Spieler heißt das zweierlei. Erstens: Sic Bo ist schneller zu erfassen, weil kein Zustand über Runden hinweg im Kopf behalten werden muss. Zweitens: Die günstigen Linienwetten von Craps mit ihren 1,36 bis 1,41 Prozent haben bei Sic Bo kein direktes Gegenstück — die Standardwetten liegen im Hausvorteil spürbar höher. Es ist also nicht bloß ein anderer Name für dieselbe Sache, sondern ein anderes Spiel mit eigener Wettlogik und schlechterem Grundwert für den mathematisch orientierten Spieler. Immerhin: Es ist legal, es läuft auf einer Plattform mit OASIS-Anbindung und LUGAS-Limit, und es ist ein Würfelspiel. Das ist mehr, als der Craps-Suchende sonst irgendwo in Deutschland legal bekommt.
Was ist der Unterschied zwischen Craps und Sic Bo?
Craps nutzt zwei Würfel und eine mehrphasige Runde mit Point-Zustand; die Linienwetten liegen bei rund 1,4 Prozent Hausvorteil. Sic Bo nutzt drei Würfel, jeder Wurf entscheidet sofort und unabhängig, der Hausvorteil der Standardwetten ist höher. Sic Bo ist in Deutschland legal online verfügbar, Craps nicht.

Verantwortungsvolles Spielen
Craps kann lange unterhalten, wenn man bei Pass Line, Don’t Pass und Odds bleibt — aber auch die beste Wette bleibt eine Wette mit negativem Erwartungswert. Der Hausvorteil verschwindet nie ganz, er wird nur kleiner. Über genug Würfe gewinnt statistisch das Haus. Wer das nicht als Kostenpunkt der Unterhaltung akzeptiert, sondern als Einkommensquelle missversteht, verliert am Ende mehr als Geld.
Die regulierten deutschen Anbieter binden aus gutem Grund harte Schutzmechanismen ein: das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über LUGAS, die Sperrdatei OASIS, bei Tipico zusätzlich einen Panik-Button mit 24-Stunden-Sperre. Diese Werkzeuge existieren, weil sie gebraucht werden. Wer merkt, dass das Spiel die Kontrolle übernimmt, kann sich über OASIS bundesweit selbst sperren — anbieterübergreifend, mit einem Eintrag. Das ist keine Kapitulation, sondern die vernünftigste Wette am ganzen Tisch. Kostenlose und vertrauliche Hilfe bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über ihr Beratungstelefon zur Glücksspielsucht. Der Übungsmodus mit Spielgeld ist der einzige Weg, Craps ohne finanzielles Risiko kennenzulernen — und für viele der ehrlichste Startpunkt.
Am Ende bleibt die nüchterne Bilanz dieses Textes: Ein „bestes Craps Casino mit deutscher Lizenz“ existiert 2026 nicht, und keine Rangliste der Welt ändert etwas an § 22a Abs. 2 GlüStV 2021. Was existiert, ist eine klare Landkarte — legale Grenzen, ein legales Würfelspiel namens Sic Bo, ein herstellereigener Übungsmodus und die ehrliche Ansage, was internationale Plattformen an Schutz kosten. Wer diese Karte kennt, trifft eine informierte Entscheidung. Und wer am Tisch landet, weiß wenigstens, dass 1,41 Prozent besser sind als 16,67.
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